Einführung
Künstliche Befruchtung
In-vitro-Befruchtung - Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
Präimplantationsdiagnostik
Samenaufbereitung bei HIV- und Hepatitis C-serodiskordanten Paaren

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PRÄIMPLANTATIONSDIAGNOSTIK (PID)

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) umfasst die Überprüfung der bei einer In-vitro-Befruchtung entstandenen Embryonen und die Aussortierung der genetisch normalen. Nach der PID werden die verwendbaren Embryonen in den Uterus eingesetzt, um die Schwangerschaft zu erzeugen.

Diese Technik lässt sich vielseitig einsetzen. Am häufigsten kommt sie bei einem Paar zum Einsatz, das ein Kind mit einer Krankheit hat, deren zugrunde liegendes Gen bekannt ist. Um zu vermeiden, dass ein weiteres Kind an der gleichen Krankheit leidet, wird diese Technik eingesetzt. Außerdem bei einem Paar, bei dem einer der Erzeuger oder beide eine vererbbare genetische Anomalie aufweisen. Wir können auch feststellen, welche in vitro erzeugten Embryonen diese Erbgutschäden aufweisen, damit nur genetisch gesunde Embryonen verwendet werden. Die Technik wird auch bei Paaren eingesetzt, wo die Frau zwar ohne Probleme schwanger wird, die Schwangerschaften aber wiederholt in einer Fehlgeburt enden. Wenn in diesen Fällen nach der entsprechenden Untersuchung keine Ursache für die Fehlgeburten gefunden wurde, was damit zusammenhängt, dass die meisten Fehlgeburten genetisch bedingt sind, kann mit Hilfe der PID festgestellt werden, welche Embryonen genetische Schäden aufweisen und welche nicht, wodurch das Risiko einer erneuten Fehlgeburt möglichst gering gehalten werden kann.

Schließlich wird die Technik in dem ethisch umstrittenen Fall eingesetzt, wo ein Paar schon ein Kind mit einer Krankheit hat, die mit einem Transplantat geheilt werden kann, dieses Transplantat aber nur von einem Geschwisterteil stammen kann. In solchen Fällen wird bei dem Paar eine In-vitro-Befruchtung durchgeführt und nach einer PID der Embryonen nur die Embryonen mit der gewünschten Antigenbelastung übertragen. So ist das Geschwisterteil, das geboren wird, der ideale Spender. Wie wir bereits sagten, hat der Einsatz der Technik zu diesem Zweck eine bedeutende ethische Debatte ausgelöst. Gegner wenden ein, dass das Kind „allein“ zu dem Zweck geboren wird, als Spender für sein Geschwisterteil zu fungieren, oder sprechen von einem entwürdigenden Umgang mit dem Embryo. Es gibt aber auch Befürworter, die sich nicht nur in die Rolle der betroffenen Eltern versetzen, sondern auch fragen, welchen besseren Lebenszweck ein Mensch haben könnte, als schon kurz nach der Geburt das Leben seines Geschwisterteils zu retten. Außerdem ist die Technik in dem neuen Gesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung genau geregelt und ihr Einsatz ist rechtlich einwandfrei.

Theoretisch erlaubt es uns die Präimplantationsdiagnostik (PID) auch, das Geschlecht des Embryos festzustellen und so nur die Embryonen des gewünschten Geschlechts zu übertragen. Die Auswahl des Geschlechtes ist in Spanien jedoch generell verboten und nur bei Erbkrankheiten, die durch ein bestimmtes Geschlecht übertragen werden und wo das krankheitsverursachende Gen nicht diagnostiziert werden kann, zulässig. Nur in solchen Fällen können wir eine Präimplantationsdiagnostik zur Auswahl des Geschlechts vornehmen.

Für die PID muss zuvor eine In-vitro-Befruchtung durchgeführt werden, um einige Embryonen zu erzeugen, die im Labor verwendet werden können. Drei Tage nach seiner Befruchtung, wenn der Embryo normalerweise aus rund acht Zellen besteht, wird an der Oberfläche des Embryos ein kleines Loch gemacht, um eine oder zwei Zellen zu entnehmen. Ihr Erbgut wird in der gleichen Weise untersucht, wie man das nach einer Blutabnahme normalerweise mit den weißen Blutkörperchen macht. Diese Technik wird bei Erwachsenen im Allgemeinen zur Untersuchung des Erbguts eingesetzt. Nachdem wir wissen, welche Embryonen keine der von uns untersuchten Erbgutschäden aufweisen, werden diese in den Uterus eingepflanzt. Wir möchten hervorheben, dass für das Kind, das geboren wird, aufgrund der Tatsache, dass es diesen Prozess im Embryostadium durchlaufen hat, kein Risiko einer weiteren Erbgutschädigung besteht.

Bei immer mehr Krankheiten finden wir ihre genetisch bedingten Ursachen heraus. Deshalb nimmt die klinische Bedeutung der Techniken der Präimplantationsdiagnostik immer mehr zu. Aus diesem Grund ist sie wohl die Technik mit dem größten zukünftigen Aktionsfeld der gesamten Möglichkeiten, über die wir zur Zeit in den Fortpflanzungskliniken verfügen.




 
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